Zeittafel zur Bergbau- und Ortsgeschichte von Zinnwald

(1200 bis 1731)

um 1200 Beginn der Besiedlung des Lauensteiner Gebietes, Gründung der Burg Lauenstein.
vor 1240 Abbau von Zinnerz bei Graupen (Krupka)/ Böhmen.
vor 1300 Besiedlung erreicht im Gebiet Fürstenau/ Fürstenwalde die Kammregion.
um 1300 Erste bedeutende Blüte des Graupener Zinnbergbaus.
1378 Erste Erwähnung des "Zinnwald" in einer erzbischöflichen Bestallung im Teplitzer Urkundenbuch.
1402 Einfachste Bergarbeit (Zinnseifen) im Gebiet des oberen Seegrundes und am Bornberg in der Umgebung des späteren Böhmisch - Zinnwalds durch Lehnsherren der meißnischen Seite nachweisbar.
1416 Erwähnung einer Viehtrift und des Bergbaus in Obergraupen (Horni Krupka) gegen den Mückenberg zu.
1422 Verwüstung der Kammregion in den Hussitenkriegen, viele Siedlungen werden unbewohnbar.
um 1440 Entdeckung der Zinnlagerstätte Altenberg.
1459 Festlegung der Grenze zwischen Sachsen und Böhmen im Vertrag von Eger, welche die Zinnwalder Erzlagerstätte zweiteilte.
nach 1450 Bau des Aschergrabens aus böhmischem Quellgebiet über den Rosengrund bis nach Altenberg für die dortigen Erzmühlen. Anlegen von Wegen zwischen Graupen und Altenberg.
1462 Die Ansiedlung Neugeising erhält Stadtrecht.
1464 Der bürgerliche Montanunternehmer Hans Münzer wird Grundherr auf Lauenstein.
1466 Auf dem "Tzinnwalde" werden erneut Zinnseifen genannt.
ab 1510 Gerodete Flächen (Wiesen) in Sächsisch-Zinnwald nachweisbar.
1517 Die Herrschaft Lauenstein kommt für 300 Jahre an die Familie von Bünau.
1520 Erwähnung einer Zwittermühle in Sächsisch-Zinnwald.
1530/ 50 Der Bergbau in Böhmisch-Zinnwald wurde zu fast zwei Dritteln von sächsischen Bergleuten aus der Gegend von Altenberg und Geising betrieben.
vor 1540 Vermutliches Fündigwerden im Bünauischen (Sächsischen-) Zinnwald.
1546 Erlass einer Bergordnung für Lauenstein durch die Grundherrschaft.
um 1550 Beginn der Blütezeit im Böhmisch-Zinnwalder Bergbau, die bis zum Ausbruch des 30-jährigen Krieges anhielt.
1551 Durchschlag eines Erbstollens von sächsischer Seite zur Grube St.Georg in Böhmen, wahrscheinlich der jetzige alte und obere (Bünau-) Stollen.
1555/ 56 Für Böhmisch-Zinnwald werden erstmalig und zweifelsfrei 14 Häuser erwähnt.
1565 Gründung des Bünauischen Bergamtes in Neugeising (zuvor hatte es seit 1475 seinen Sitz in Lauenstein gehabt).
1570 Für den "Bünauischen Zienwald", der von Anbeginn an zunächst zu Neugeising gehörte, werden erstmals zwei Siedler genannt (diese Zahl hatte sich auch 1612 noch nicht erhöht).
1577 Böhmisch-Zinnwald zählt bereits 27 Hauswirte.
1589 Aufnahme eines neuen Stollens "uffn Zinwalte, neben Georgen Rotten mühlen" unter dem Namen "Segen Gottes" durch Rudolph von Bünau.
1591 Erlass einer grundrechtlichen Bergordnung für Neugeising.
1596 Bedeutende Erzanbrüche in Sächsisch-Zinnwald, die anschließend zur ersten Blütezeit des Bergbaus auf sächsischer Seite führten.
um 1600 Der obere Bünau-Stollen bleibt 23 Jahre lang wegen Rechtsstreitigkeiten mit den böhmischen Grundherren unbebaut.
1612 In der Neugeisinger Kirche wird das für Sächsisch-Zinnwald angeschaffte Häuerglöckel eingehängt.
1640 Die Pest wütet in der Kammregion.
1646 Plünderungen in Zinnwald durch schwedische Reiterei.
um 1650 Der Zinnwalder Bergbau ist durch die dem 30-jährigen Krieg nachfolgenden Hungersnöten und Epidemien fast ganz zum Erliegen gekommen.
1651 Der Bergflecken Sächsisch-Zinnwald besitzt 8 Häuser.
1671 Ortsgründung von Alt-Georgenfeld auf kurfürstlichem Grund und Boden durch böhmische Exulanten protestantischen Glaubens.
1674 Verleihung des Schankrechtes für Georgenfeld an den Altenberger Amtmann Zumbe ("Grenzsteinhof"). (Bild)
1686 Mit der Wiederbelebung des Bergbaus Beginn des "tieffen und Neuen Erb-Stollns", der ‚ohnweit der Fischerischen Mühle an der Altenbergischen Straße' seinen Anfang nahm. Dieser Grubenbau wurde seit Beginn des 19. Jahrhunderts als "Tiefer-Bünau-Stolln" bezeichnet und war wichtigster Stollen für alle Zinnwalder Reviere.
1688 21 Steuerzahler (Ansiedler) in Sächsisch-Zinnwald.
1690 Die Einwohnerzahl ist auf 125 angewachsen.
1692 Erscheinen der Bünauischen Berg- und Hüttenordnung (wurde 1710 nochmals überarbeitet).
1697 Eröffnung des ersten Gasthofes in Sächsisch-Zinnwald ("Sächsischer Reiter") (Bild)
1712 Der gesamte Rinderbestand von Zinnwald wird durch die Rinderpest vernichtet.
1717 Sächsisch-Zinnwald wird von Neugeising verwaltungsmäßig abgetrennt und politisch zur selbständigen Gemeinde erklärt.
1728 Gründung von Neu-Georgenfeld durch Ansiedlung von aus Böhmen vertriebenen Protestanten (Exulanten).
um 1730 Beginn einer erneuten Blüte des Zinnwalder Bergbaus, sie reicht, mit einer Unterbrechung um und nach dem Siebenjährigen Krieg, bis etwa 1785.
1731 Sächsisch-Zinnwald erhält eine eigene Schule.
1731 Die Familie des Fürsten Clary-Aldringen auf Teplitz kauft den bis dahin im Besitz der Stadt Graupen befindlichen Anteil von Böhmisch-Zinnwald und wird damit dritter Partner bei der Erzgewinnung aus der Zinnwalder Lagerstätte.