Totenkammer


Eine Totenkammer ist aus anderen Bergbauzweigen nicht bekannt und ist deshalb eine Besonderheit des Zinnwalder Bergbaus. Aufgrund der relativ hohen Anzahl an tödlicher Unfälle in der Grube, die lagerstättenbedingt waren, wurde die Totenkammer angelegt. Solche Unfälle kamen dadurch zustande, dass der Zinnwalder Granit an ein ausgeprägtes orthogonales Kluftsystem gebunden ist, wobei besonders beim Abbaugeschehen die Lager-Klüfte in Verbindung mit den anderen Klüften sehr heimtückisch sein konnten. Durch die Vielzahl und Häufigkeit der flachen Klüfte und Trennflächen im Gebirge besteht eine erhöhte Gefahr des plötzlichen Ablösens großer Gesteinsplatten aus der Firste, sogenannte "Sargdeckel". Wurde in solchen Bereichen gerade gearbeitet und keine Schutzmaßnahmen getroffen, konnte es zum Steinfall und zur Verunglückung von Bergleuten kommen. Die tödlich Verunglückten wurden in die Totenkammer gebracht, hier eingesargt und nach Abschluss der Unfalluntersuchung zur Bestattung nach Übertage geschafft.

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