"Sicherprobe"


In größeren Abbaubereichen wurde untertage vor Ort eine grobe, vorläufige Bestimmung der Erzgehalte vorgenommen. Dazu wurde auf einen Reibstein (sehr harter Quarzporphyr oder Basalt) ein oder mehrere Gesteins- bzw. Erzstücke mehlfein mit einem Reibefäustel zerrieben. Danach erfolgte die Entnahme des Gesteinsmehles, sogenannte "Dreifingerprobe", und Aufgabe in den Sichertrog (leicht gewölbte Hartholzschale) unter Zugabe einer geringen Menge an Wasser. Danach wurde durch rhythmisches Stoßen des Troges, das Ganze in eine kreisende Bewegung versetzt. Die sich abscheidenden unvererzten in der Schwebe befindlichen Gesteinspartikel wurden ausgespült. Die schweren Bestandteile (Zinnstein und Wolframit) wanderten in den oberen Teil des geneigt gehaltenen Troges und bildeten das sogenannte "Häuptel", einen mehr oder weniger großen dunklen Fleck. Die Fleckgröße wurde mit der von Münzen verglichen. Man sprach von 3er, 6er oder Groschensicherung. Und gab somit Auskunft über die Höhe des Erzgehaltes. Sehr kleine Fleckchen bezeichnete man als "Mauseöhrchen". Die Durchführung der "Sicherung" erforderte sehr viel Fingerspitzengefühl und wurde von den Bergleuten nach langer Übung beherrscht.

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